Referenzprojekt Schnabels
Industrie-Waschanlage zur Reinigung und Trocknung von Euronormbehältern
Die Josef Schnabels GmbH & Co. KG mit Sitz in Georgsmarienhütte ist ein familiengeführter Betrieb der Fleischbranche. Seit 1963 steht das Unternehmen für die Zerlegung und kundenspezifische Veredelung von Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch.
Für die Reinigung der im Produktionsprozess eingesetzten Euronormbehälter wurde eine leistungsfähige Durchlauf-Waschanlage in die vorhandene innerbetriebliche Behälterlogistik eingebunden. Die Anlage ist für E1-, E2- und E3-Behälter ausgelegt und verbindet die automatische Zuführung, Reinigung, Nachspülung, Abblasung sowie die Weiterförderung in das Kistenlager zu einem durchgängigen Prozess.
Automatisierte Reinigung und Abblasung von E1-, E2- und E3-Euronormbehältern im Durchlaufverfahren – Bilder zum Vergrößern bitte anklicken. | Mohn GmbH
Kundenanforderungen und Aufgabenstellungen
Ziel des Projekts war die Realisierung einer leistungsfähigen Reinigungslösung für Euronormbehälter, die sich nahtlos in die vorhandenen Betriebsabläufe einfügt. Im Mittelpunkt stand ein kontinuierlicher Materialfluss: von der automatisierten Zuführung verschmutzter Kisten über die Wasch- und Spülbehandlung bis zur Übergabe der nahezu trockenen Behälter an das vorhandene Kistenlager.
- Reinigung von Euronormbehältern der Typen E1, E2 und E3
- Durchlaufreinigung in Behälter-Längsrichtung
- Auslegung für 800 bis 1.000 Behälter pro Stunde
- Bauseitige Anbindung an ein vorhandenes Entstapelungssystem
- Selbstständige Zuführung der verschmutzten Behälter von oben in den Einlaufbereich
- Ausführung als Waschmodul mit nachgeschaltetem separatem Abblasmodul
- Verbindung der beiden Module über eine angetriebene 90°-Kurve mit Rollenbahn
- Gleichmäßige Taktung der Kisten vor der Abblasung
- Weitertransport der gereinigten und nahezu trockenen Behälter über eine Auslauf-Rollenbahn in das Kistenlager
- Vorrangige Beheizung über vorhandenes Heißwasser aus dem BHKW
- Kundenspezifische Steuerungsausführung als Relaissteuerung
Projektbeschreibung und Besonderheiten
Für die automatisierte Reinigung von E1-, E2- und E3-Euronormbehältern kommt eine Durchlauf-Waschanlage des Typs DLWA-1000-3T Highline BS-3 aus Edelstahl 1.4301 zum Einsatz. Die Behälter durchlaufen die Anlage kontinuierlich in Längsrichtung und werden dabei gereinigt, nachgespült und anschließend abgeblasen.
Die gesamte Waschbehandlungsdauer liegt – abhängig von der eingestellten Förderleistung – bei rund 45 Sekunden bei 1.000 Behältern pro Stunde beziehungsweise etwa 55 Sekunden bei 800 Behältern pro Stunde. Das Anlagenkonzept besteht aus zwei funktional aufeinander abgestimmten Hauptmodulen: dem Waschmodul mit Vorwaschung, Hauptwaschung und Nachspülung sowie dem separaten Abblasmodul zur gezielten Reduzierung der Restfeuchte.
Automatische Zuführung über das vorhandene Entstapelungssystem
Die auf Euro-Kunststoffpaletten bereitgestellten, verschmutzten Euronormbehälter werden von einem Mitarbeiter mit einem Gabelhubwagen zur angetriebenen Aufnahme-Rollenbahn geführt und dort auf die Förderstrecke geschoben. Ab diesem Punkt übernimmt die bauseitig vorhandene Entstapelungsvorrichtung den weiteren Ablauf: Sie vereinzelt die gestapelten Kisten selbstständig und übergibt sie taktgenau von oben an den Einlauf der Waschanlage.
Auf diese Weise beschränkt sich die manuelle Tätigkeit auf das Bereitstellen der Paletten und das Aufschieben der Behälter auf die Aufnahme-Rollenbahn. Die anschließende Zuführung in den Reinigungsprozess erfolgt automatisiert und unterstützt einen gleichmäßigen Materialfluss.
Waschmodul mit Vorwaschung, Hauptwaschung und Nachspülung
Nach der automatischen Vereinzelung durch die bauseitige Entstapelungseinrichtung werden die Euronormbehälter über eine Rollenbahn dem Kistenwender zugeführt. Dieser dreht die Behälter vor dem Eintritt in das Waschmodul in die erforderliche Reinigungsposition, sodass die offene Oberseite während des Wasch- und Spülvorgangs nach unten zeigt.
Dadurch können Wasch- und Spülwasser frei ablaufen, ohne sich im Behälter zu sammeln. Gleichzeitig übernimmt der Kistenwender die geordnete Übergabe der Kisten an den angetriebenen Einlauf des Waschmoduls und sorgt für einen gleichmäßigen Übergang in die nachfolgende Vorwasch- und Einweichzone.
Auf einer Länge von 3.600 mm werden anhaftende Verschmutzungen durch eine intensive Beaufschlagung mit Waschwasser angelöst und für die anschließende Hauptreinigung vorbereitet. Die hierfür eingesetzte Vorwaschpumpe mit 4 kW Leistung stellt eine Fördermenge von bis zu 1.200 Litern pro Minute bei einem Arbeitsdruck von 1,5 bar bereit. Dadurch werden die Behälteroberflächen gleichmäßig behandelt, bevor sie in die Hauptwaschung gelangen.
In der nachfolgenden, 2.700 mm langen Hauptwaschzone erfolgt die intensive Reinigung der Euronormbehälter. Eine Hauptwaschpumpe mit 11 kW Leistung stellt hierfür eine Fördermenge von 1.000 Litern pro Minute bei 5 bar bereit. Der Waschtank wird vorrangig mit vorhandenem Heißwasser aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW) beheizt. Die Vorlauftemperatur liegt dabei bei etwa 60 bis 70 °C.
Nach der Hauptwaschung durchlaufen die Euronormbehälter die 2.700 mm lange Spülzone. Zunächst werden sie mit umgewälztem Spülwasser behandelt, das über eine 1,5-kW-Pumpe mit einer Förderleistung von 500 Litern pro Minute bei 1,5 bar bereitgestellt wird. Der Spültank wird überwiegend mit dem vorhandenen Heißwasser aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW) beheizt; ein elektrischer Heizstab mit 10 kW unterstützt die Temperaturhaltung bei Bedarf.
Den Abschluss des Reinigungsprozesses bildet die Frischwasserspülung. Hierfür wird enthärtetes Wasser mit einem Härtegrad von etwa 2 bis 6 °dH eingesetzt. Ein Klarspülboiler mit 10 kW erwärmt das Frischwasser – bei einer Zulauftemperatur von mindestens 50 °C – auf 75 bis 85 °C. Bei einem Verbrauch von rund 300 bis 400 Litern pro Stunde werden Rückstände aus der vorherigen Wasch- und Spülbehandlung zuverlässig von den Behälteroberflächen entfernt.
Filtertechnik für hohe Behältermengen und Schmutzeintrag
Zur Unterstützung des Waschprozesses ist die Anlage mit einem Trommelfilter Typ TRF-DLWA I-90° ausgestattet. Die rotierende Trommel trennt Schmutzpartikel aus der Waschlösung ab. Eine innenliegende Transportschnecke fördert die Rückstände in einen außenliegenden Sammelbehälter, der zur Entleerung einfach entnommen werden kann.
Ergänzend sind zwei Außenfiltertanks für die Hauptwaschung und Nachspülung integriert. Diese unterstützen die Schmutzabscheidung insbesondere bei hohen Behältermengen und stärkerer Verschmutzung. Die Filtertanks bestehen aus 3 mm Edelstahl und verfügen über Handlöcher, Trichterüberläufe sowie gerundete und sauber verschliffene Innenkanten.
Separates Abblasmodul zur Reduzierung der Restfeuchte
Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten wurde die Anlage in L-Form ausgeführt. Nach dem Waschmodul führt eine angetriebene 90°-Kurve die gereinigten Euronormbehälter in das separat angeordnete Abblasmodul. Dort durchlaufen sie zunächst eine 1.000 mm lange Neutralzone, bevor sie in die anschließende, 2.700 mm lange Abblasstrecke gelangen.
Drei regelbare ELEKTROR-Hochdruckventilatoren mit jeweils 4 kW Motorleistung blasen das an den Behälteroberflächen verbliebene Wasser gezielt ab. Über LENZE-Umrichter lässt sich die Ventilatorleistung bedarfsgerecht anpassen. Dadurch wird die Restfeuchte nach der Spülung deutlich reduziert, bevor die Behälter über die Auslauf-Rollenbahn dem Kistenlager zugeführt werden.
Bei neuwertigen E2-Behältern wurde im Auswiegeverfahren eine Restfeuchte von etwa 6 bis 8 Gramm je Behälter ermittelt. Das tatsächliche Ergebnis kann – abhängig von Behältertyp, Zustand, Geometrie, Verschmutzungsgrad und den jeweiligen Umgebungsbedingungen – abweichen.
Wrasenabsaugung und wartungsfreundliche Ausführung
Die beim Waschprozess entstehende feuchte Luft wird über eine Wrasenabsaugung abgeführt. Bei dieser Anlage mit Abblasung befindet sich der Absaugpunkt im Bereich der Neutralzone. Die Edelstahlverrohrung mit DN 250 führt die Abluft zu einem Edelstahlradialventilator mit einer Leistung von rund 1.500 m³/h bei 500 Pa.
Für Wartungs- und Servicearbeiten lässt sich der Maschineninnenraum über eine zusätzliche Tür auf der Rückseite gezielt erreichen. Dadurch können notwendige Arbeiten ausgeführt werden, ohne dass der Zugang über die Bedienseite oder angrenzende Fördertechnik erfolgen muss. Integrierte Näherungsschalter überwachen dabei die Türstellung und tragen zur sicheren Nutzung der Anlage bei.
Der zweiflügelige Rittal-HD-Schaltschrank ist unmittelbar an der Waschanlage angeordnet. Seine Hygienic-Design-Ausführung mit Edelstahl-Kabelverschraubungen und Schutzart IP69 ist auf die Reinigungsbedingungen im Produktionsumfeld abgestimmt. Die Steuerung bleibt damit direkt am Prozess erreichbar und ist zugleich gegen die bei der Reinigung auftretende Feuchtigkeit geschützt.
Auslauf-Rollenbahn und Weiterförderung zum Kistenlager
Nach der Abblasung werden die nahezu trockenen Behälter auf eine 3.000 mm lange Auslauf-Rollenbahn übergeben. Ein Stauschalter überwacht den Abfluss der Kisten. Über die nachgeschaltete Fördertechnik gelangen die gereinigten Euronormbehälter anschließend direkt weiter in das vorhandene Kistenlager.
So entsteht ein geschlossener innerbetrieblicher Ablauf: Verschmutzte Kisten werden automatisch entstapelt, der Waschanlage zugeführt, gereinigt, nachgespült, abgeblasen und danach wieder der Lagerlogistik übergeben.
Video
und Abblasung bis zur Weiterförderung der Euronormbehälter in das Kistenlager | Mohn GmbH
Zusammenfassung
Mit der Durchlauf-Waschanlage Typ DLWA-1000-3T Highline BS-3 wurde bei der Josef Schnabels GmbH & Co. KG nicht nur eine leistungsfähige Reinigungslösung für E1-, E2- und E3-Euronormbehälter realisiert, sondern zugleich der gesamte Behälterkreislauf ergonomischer und wirtschaftlicher gestaltet.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der automatisierten Zuführung der verschmutzten Kisten. Der Mitarbeitende bringt die auf Euro-Kunststoffpaletten bereitgestellten Behälter lediglich mit einem Gabelhubwagen zur Aufnahme-Rollenbahn und schiebt sie auf die Förderstrecke. Die nachgeschaltete Entstapelungsvorrichtung übernimmt anschließend selbstständig die Vereinzelung und taktgenaue Übergabe an die Waschanlage. Das reduziert den manuellen Arbeits- und Kraftaufwand deutlich und entlastet die Mitarbeitenden insbesondere bei regelmäßig hohen Behältermengen.
Die abgestimmte Fördertechnik sorgt dafür, dass die Kisten vom Entstapeln über die Reinigung und Nachspülung bis zur Abblasung sowie zur Übergabe an das Kistenlager ohne manuelle Zwischenhandhabung durch den Prozess geführt werden. Dadurch werden unnötige Handgriffe und innerbetriebliche Transportwege reduziert, während der Materialfluss gleichmäßig und übersichtlich bleibt.
Auch energetisch ist die Anlage auf die vorhandene Infrastruktur abgestimmt: Die Wasch- und Spülzonen werden vorrangig mit dem verfügbaren Heißwasser aus dem Blockheizkraftwerk beheizt. Die elektrische Zusatzheizung kommt gezielt dort zum Einsatz, wo sie für die Temperaturhaltung in der Spülzone und für die finale Frischwasserspülung erforderlich ist. So wird die vorhandene Wärmeenergie sinnvoll in den Reinigungsprozess eingebunden.
Insgesamt verbindet die Anlagenlösung eine hohe Reinigungsleistung mit einer arbeitserleichternden Behälterlogistik, einer ergonomischeren Beschickung und einer energieeffizienten Nutzung der vorhandenen BHKW-Wärme.
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