Personal-Hygieneschleuse im Zerlegebetrieb der Fleischwarenindustrie

Bei Vion in Hilden, einem bundesweit tätigen Fleisch- und Narungsmittelkonzern mit 600 Mitarbeitern, erfolgte im Jahr 2021 eine Erweiterung einer bereits bestehenden Personal-Hygieneschleuse im Zutrittsbereich zur Produktion. Zwei Durchlauf-Sohlenreinigungsanlagen mit elektrischem Drehkreuz, eine davon mit zwangsgeführter Handdesinfektion, wurden bodeneben in einen vorhandenen Schacht installiert.

 

Aufgabenstellung

Bei einer im Raum geplanten Personal-Hygieneschleuse war es erforderlich eine integrierte Sohlenreinigungsanlage mit Handdesinfektion und Drehkreuz vor Zutritt in die Produktion alters- und funktionsbedingt auszutauschen.

Um den hohen Hygienestandards in der Fleischwarenindustrie gerecht zu werden, als auch technisch auf dem neuesten Stand zu sein, wurde seitens des Unternehmens Wert auf eine längere Bürstenverweildauer bei der Sohlenreinigung gelegt. Die individuelle Programmierbarkeit der verbauten Siemens-Logo Steuerung erlaubt hier beispielsweise - neben den eigenständigen Einstellungsmöglichkeiten der Desinfektionsmitteldosierung - auch eine Verzögerung der Steuerung der Öffnungszeiten für das Drehkreuz, wenn eine längere Reinigung der Sohlen gewünscht wird.

Das Thema Energieeinsparung von Wasser, Chemie und Strom sollte bei einer Neuanschaffung ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

Zudem musste das Eingangskontrollgerät vor Zutritt in die Produktion manipulationssicher hinsichtlich der einwandfreien Handdesinfektion für beide Hände sein. Es war erforderlich, daß zwingend beide Hände die erforderliche Menge an Desinfektionsflüssigkeit erhalten. Andernfalls sollte das Drehkreuz und somit der Zutritt in Richtung Produktion gesperrt bleiben.

Aufbau einer im Raum geplanten Personal Hygieneschleuse eines Zerlegebetriebs für Rinder und Schweine - Bilder zum Vergrössern bitte anklicken.

Projektbeschreibung und Besonderheiten

  • Als neues Zutrittskontrollsystem wurde vor Betreten der Produktion eine einspurige Durchlauf-Sohlenreinigungsmaschine inklusive 2-Hand Desinfektionsautomaten mit Drehkreuz vom Typ Clean-Check Highline in einen bauseitigen Schacht integriert. Der Desinfektionsautomat ist mit überlisterungssicherer Sensorsteuerungstechnik (Siemens Logo) ausgestattet. Austricksen durch etwa einhändige Applikationsversuche oder Täuschungen der Mitarbeiter sind ausgeschlossen. Wurde auf beiden Händen die eingestellte Menge an Desinfektionsflüssigkeit appliziert, schaltet das elektrische Drehkreuz für eine Person den Zutritt in Richtung Produktion frei. Das elektrische Drehkreuz ist hierbei für den Rückweg dauerhaft gesperrt. Die Medienanschlüsse für Strom und Wasser sind hierbei von der Decke aus installiert.
  • Der Rückweg aus der Produktion ist so konzipiert, dass sich die Mitarbeiter bei Schichtwechsel nicht in die Quere kommen, Abstände eingehalten werden und Personalstaus vermieden werden.
    Zu diesem Zweck wurde eine weitere einspurige Durchlauf-Sohlenreinigungsmaschine inklusive mechanischem Drehkreuz vom Typ Sole-Star Highline/ MDK vorgesehen. Entsprechend sollten auch hier die Schuhsohlen vor Betreten der Sozial-/ Umkleideräume gereinigt werden. Hierbei ist das mechanische Drehkreuz Typ DK-M Highline auf dem Rückweg permanent freigegeben, in Richtung Produktion ständig gesperrt, um ein "Umlaufen" der Händedesinfektion in Richtung Produktion zu vermeiden.
  • Der Schachteinbau beider Sohlenreinigungsanlagen für Hin- bzw. Rückweg aus der Produktion ermöglicht nicht nur einen bequemen, ebenerdigen Zugang über das Lauf-Rost der Sohlenreinigung, sondern auch eine Reinigung der Bürstenwalzen bzw. gesamten Anlage innerhalb des Schachtes. Der Schacht verfügt mittig positioniert über einen Edelstahl-Bodenablauf für das Abwasser.
  • Die installierten Hygieneschleusen mit ihren integrierten Sohlenreinigungen punkten zudem mit einer patentierten Innovation. Die Bürstenwalzen werden erst beim Betreten des Lauf-Rostes aktiviert und stoppen sofort wieder beim Verlassen. Neuartige, vollverkapselte Sensoren, in Verbindung mit der patentierten Federtopftechnik, sorgen, dank einer ultrakurzen Reaktionszeit, für einen wesentlich geringeren Verbrauch an Energie (Strom, Wasser und Chemie).
    Bei den überwiegend im Markt befindlichen konventionellen Hygieneschleusen „laufen“ die Bürsten bereits, bevor das Personal den Lauf-Rost zur Sohlenreinigung betritt.
  • Die sehr zuverlässig arbeitende Federtopftechnik hat zudem den weiteren Vorteil, dass die Sohlenreinigung bei Personen mit dunklen, statt weißen Hosen ebenso problemlos funktioniert. Hygieneschleusen mit herkömmlicher Sensortechnik (Reflexionslichttaster) haben bekanntlich das Problem, dass Personen mit dunkler Bekleidung nicht erfasst werden und die Bürstenwalzen nicht funktionieren.
  • Die optimierte Geländerführung sowie die Steuerung der Personenvereinzelung mittels Drehkreuz macht die Hygieneschleuse in ihren einzelnen Schritten zudem zu einer unumgehbaren Einrichtung.
  • Mit der verbauten Siemens Logo! 8 Steuerung beherrschen die umgesetzten Hygieneschleusen jedoch noch weit mehr als die perfekte Personalhygiene. So ist es technisch kein großer Aufwand mehr, diese im Zeitalter der Industrie 4.0 mit einem integrierbaren WLAN-Adapter und dem Prozessvisualisierungssystem “Intelligent Control” zu einer smart machine aufzurüsten. Ebenfalls natürlich auch multikompatibel mit vielen anderen Prozessvisualisierungssystemen, wie WinCC oder Aveva.

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