Selchwagen-Waschanlage in der Fleischwarenindustrie

Hochreiter Fleischwaren in Bad Leonfelden (Österreich) ist ein Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Herstellung konfektionierter Fleisch- und Wurstprodukte. Mit dem Standort und den dortigen Abläufen waren wir bereits vertraut – umso konkreter konnten wir das Referenzprojekt im Frühjahr 2024 angehen: die Auslegung, Lieferung und Montage einer Rauchwagenwaschanlage als Kabinenwaschanlage (KWA-UDT). Ziel war eine Lösung, die zu den hygienischen Anforderungen der Fleischverarbeitung passt und sich sauber in die baulichen Gegebenheiten vor Ort einfügt.

Selchwagen-Waschanlage - Rauchwagen reinigen ohne Umwege: Lösung für stark verschmutzte Rauchwagen, ID 23-63521 - Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Kundenanforderungen und Aufgabenstellungen

Im Mittelpunkt standen stark verschmutzte Rauchwagen – mit typischen Rückständen wie Eiweißresten und Fleischanhaftungen an Gittern und Rauchspießen. Daraus ergaben sich für uns klare Aufgaben:

  • Die Reinigung sollte reproduzierbar laufen, auch wenn die Verschmutzung im Alltag schwankt.
  • Sprühschatten mussten so weit wie möglich vermieden werden, damit alle Bereiche der Wagen erfasst werden.
  • Die Anlage sollte sich prozesssicher in den Schichtbetrieb integrieren lassen – ohne zusätzliche Nacharbeitsschleifen.
  • Gleichzeitig mussten wir die bauliche Situation berücksichtigen, darunter die erforderliche Bodengrube (500 mm) sowie der bauseitige Bodenablauf DN100.
  • Gewünscht war zudem eine hygienegerechte Ausführung in Edelstahl rostfrei 1.4301 und eine Ausstattung, die das Umfeld der Anlage (Thema Wrasen/Feuchte) mitdenkt.

Projektbeschreibung und Besonderheiten

Um diese Anforderungen abzudecken, haben wir eine Kabinenwaschanlage KWA-UDT umgesetzt, nahezu vollständig aus Edelstahl 1.4301. Das Maschinengehäuse ist doppelwandig, schall- und wärmegedämmt, einteilig gefertigt und komplett verschweißt.

Beim Waschprinzip setzen wir in diesem Projekt auf die Kombination aus drehender Waschplattform und gegenläufig rotierender Crossflow-Spritzung. Damit wird das Waschgut während der Reinigung bewegt und gleichzeitig aus gegenläufiger Richtung beaufschlagt – ein Ansatz, der Sprühschatten reduziert und die Benetzung gleichmäßiger macht. Die wasserdurchströmten Düsenrohre werden über Antriebe auf dem Maschinendach in Rotation versetzt. In der Anlage selbst sind laut Spezifikation keine beweglichen Teile oder Schlauchverbindungen vorgesehen. Der Prozess endet mit einer Frischwasserklarspülung.

Für die Umwälzung sind zwei Edelstahlkreiselpumpen (EDUR) vorgesehen, jeweils 7,5 kW, mit 1000 l/min bei 5 bar. Die Tankfüllung liegt bei ca. 900 l (einmalig zum Schichtbeginn), der Frischwasserverbrauch pro Charge ist mit 10–30 l angegeben (einstellbar). Als Orientierung wird eine Stundenleistung von ca. 20 Rauchwagen genannt – abhängig vom Verschmutzungsgrad. Die nutzbare Fläche/Innenmaße sind auf Rauchwagen ausgelegt (u. a. 1060 × 1315 mm, Einfahrhöhe bis 2050 mm).

Auch die Einbindung in die Infrastruktur war Teil unserer Planung. Für die Aufstellung war eine Bodengrube mit 500 mm Tiefe inklusive bauseitigem Bodenablauf DN100 erforderlich. Medienseitig sind unter anderem Frischwasser (3/4", 3–6 bar, mind. 45 °C), Elektrizität (400 V, 50 Hz, 17 kW), Abwasser (DN50), Abluft (DN250, 1500 m³/h, zeitgesteuert) sowie Dampf (2–6 bar mit Kondensatrücklauf) vorgesehen.

Ausstattung, die im Alltag den Unterschied macht

Damit die Anlage im hygienisch sensiblen Umfeld dauerhaft stabil läuft, haben wir sie am Standort mit mehreren Ausstattungsmerkmalen umgesetzt, die im täglichen Betrieb spürbar sind.

Den elektrischen Teil haben wir über einen Rittal HD Schaltschrank aus Edelstahl 1.4301 in Hygienic-Design-Ausführung mit IP69 ausgeführt. In Reinigungsbereichen ist das kein „Nice-to-have“, sondern eine Frage der Alltagstauglichkeit: Feuchtigkeit, Spritzwasser und Reinigungschemie gehören dazu.

Die robuste, dicht ausgeführte Bauweise – inklusive Edelstahl-Kabelverschraubungen – unterstützt hier eine Installation, die auf solche Bedingungen ausgelegt ist.

Beim Thema Raumklima und Sicht haben wir eine Wrasenabsaugung aus Edelstahl 1.4301 integriert. Über Absaughauben an beiden Enden und zwei Edelstahlradialventilatoren (Karl Klein) wird der Wrasen zeitgesteuert über das Waschprogramm abgeführt (1500 m³/h bei 500 Pa, Anschluss DN250 für bauseitige Verrohrung). Das reduziert die Feuchte- und Kondensatbelastung im Umfeld der Anlage – und macht den Bereich rund um die Kabine einfacher beherrschbar, gerade beim Be- und Entladen.

Für die Prozesswärme haben wir die Anlage mit einer indirekten Tankheizung über Dampf im Wärmetauscherprinzip umgesetzt – inklusive END-Edelstahlschrägsitzventil, Spirax-Sarco-Kondensatableiter und Kondensatrückführung. Der Vorteil liegt in der stabilen Wärmebereitstellung: Wenn Temperatur und Prozessbedingungen konstant bleiben, lassen sich Waschprogramme reproduzierbar fahren – ein wichtiger Punkt bei stark verschmutztem Waschgut.

Gesteuert wird die Anlage über Siemens S7-1200 mit HMI-Display. Für die Bedienung bedeutet das: Programme, Zustände und Einstellungen sind direkt an der Maschine sichtbar. Das hilft im Schichtbetrieb, weil Abläufe nachvollziehbar bleiben und Parameter sauber eingestellt werden können.

Ergänzend haben wir eine Spülmittelpumpe (0,2 bar, 10 l/h, 230 V AC) mit Leitwertmessung integriert – inklusive Einbau und Verkabelung sowie Messsonde, Saugeinrichtung, Anschlussschlauch, Edelstahlhalter. Die Leitwertmessung ermöglicht eine messwertgestützte Dosierung, sodass die Zugabe von Chemie kontrolliert geführt und im Betrieb konsistent gehalten werden kann.

Wenn im Betrieb eine klare Wegeführung zwischen „unrein“ und „rein“ gefordert ist, lässt sich das Projekt auch als Zweitürmaschine zur Trennung „rein/unrein“ ausführen: mit gegenüberliegenden Türen, Konterverriegelung und Schmersal-Sicherheitsverriegelung, Bedienpaneel an beiden Enden sowie inklusive Verrohrung für das Abluftsystem. Damit kann die Trennlogik organisatorisch unterstützt und im Ablauf abgesichert werden.

Zusammenfassung

Mit dem Referenzprojekt bei Hochreiter Fleischwaren haben wir im Frühjahr 2024 eine Rauchwagenwaschanlage umgesetzt, die auf die typischen Belastungen in der Fleischverarbeitung zugeschnitten ist: stark verschmutzte Rauchwagen, hohe Hygienerelevanz und ein Ablauf, der im Schichtbetrieb planbar funktionieren muss.

Das Zusammenspiel aus drehender Waschplattform und gegenläufiger Crossflow-Spritzung, kombiniert mit der standortspezifischen Ausstattung (Wrasenabsaugung, Dampf-Wärmetauscher, IP69-Schaltschrank, S7-1200 mit HMI und messwertgestützte Dosierung), schafft die Grundlage für einen gleichmäßigen Reinigungsprozess – ohne unnötige Zusatzschritte im Alltag.

Bei Fragen zu diesem Projekt beraten wir Sie gern telefonisch unter +49 (0) 2354 -94 45-0 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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