Industrie-Waschanlage für Euronormbehälter E1 und E2 sowie H1-Kunststoffpaletten

Die Bergmann Geflügelfleisch GmbH mit Sitz in Holdorf ist ein mittelständisches Familienunternehmen der Lebensmittelbranche. Das 1986 gegründete Unternehmen ist auf die Zerlegung und Vermarktung von Geflügelfleisch spezialisiert. Nach eigenen Angaben liegt der Schwerpunkt des reinen Zerlegungsbetriebs auf der Verarbeitung von Puten beziehungsweise Truthähnen.

Für die Reinigung der im Produktionsprozess eingesetzten Euronormbehälter E1 und E2 sowie H1-Kunststoffpaletten wurde eine leistungsfähige Industrie-Waschanlage realisiert.

Die kundenspezifisch ausgeführte Industriewaschanlage vom Typ DLWA 1200-3T/2+ PAL BS4H verbindet eine mehrstufige intensive Reinigung mit einer anschließenden Abblas-Trocknung. Dabei können unterschiedliche Waschgüter innerhalb eines Anlagenkonzepts gereinigt und die Behandlungszeiten flexibel an den jeweiligen Verschmutzungsgrad angepasst werden.

Kundenanforderungen und Aufgabenstellungen

Im Produktionsbetrieb fallen große Mengen an Euronormbehältern E1 und E2 mit mittlerem bis starkem Verschmutzungsgrad an. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Reinigungsleistung, Waschintensität und Anlagenverfügbarkeit.

Gefordert wurde eine Reinigungsleistung von 1.200 bis maximal 1.500 Euronormbehältern pro Stunde. Zusätzlich sollte die Anlage für die Reinigung von H1-Kunststoffpaletten ausgelegt sein.

Eine besondere Anforderung bestand darin, unterschiedliche Waschgüter innerhalb einer Anlage verarbeiten zu können. Für die Euronormbehälter E1 und E2 stehen zwei längs angeordnete Waschführungen zur Verfügung. Die H1-Kunststoffpaletten werden über eine separate Kufenführung mit eigenem Antrieb durch die Anlage transportiert. Euronormbehälter E2 und H1-Kunststoffpaletten können dabei auch wechselnd beziehungsweise unmittelbar nacheinander aufgegeben werden. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der flexiblen Anpassung der Waschbehandlungszeit an den Verschmutzungsgrad. Der Transportantrieb der Anlage wird hierzu über einen Frequenzumrichter geregelt.

Bei stark verschmutzten Euronormbehältern kann die Fördergeschwindigkeit reduziert werden. Dadurch verlängert sich die Verweildauer in den Waschtunneln und das Waschgut wird intensiver behandelt. Bei mittlerem Verschmutzungsgrad lässt sich die Transportgeschwindigkeit entsprechend erhöhen und damit die Stundenleistung steigern.

Der Vorteil für den Betreiber liegt in der hohen Flexibilität: Waschintensität und Durchsatz können an den tatsächlichen Verschmutzungsgrad angepasst werden. Die Anlage muss somit nicht dauerhaft mit einer festen Geschwindigkeit betrieben werden, sondern kann je nach Produktionssituation zwischen einer längeren Behandlungszeit und einem höheren Behälterdurchsatz ausbalanciert werden.

Industrie-Waschanlage zur Reinigung und Trocknung von Eurnormbehältern und H1-Kunststoffpaletten – Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

Projektbeschreibung und Besonderheiten

Dreitank-Waschsystem für eine intensive Reinigung

Die Industrie-Waschanlage DLWA 1200-3T/2+ PAL BS4H ist mit drei Waschtanksystemen sowie aufeinander abgestimmten Behandlungsbereichen für Vorwaschung, Hauptwaschung und Spülung ausgestattet.

Bereits im 1.500 mm langen Einlaufbereich erfolgt eine Kaltwasservorspritzung. Gleichzeitig ermöglicht ein Grobschmutzabwurf, größere Verunreinigungen frühzeitig aus dem weiteren Waschprozess auszutragen.

Vorwaschung zum Anlösen stärkerer Verschmutzungen

Auf den Einlauf folgt eine 3.600 mm lange Vorwaschzone. Für diesen Prozessbereich steht eine Pumpe mit 11 kW Motorleistung und einer Förderleistung von bis zu 1.500 Litern pro Minute bei 3 bar zur Verfügung. 

Die Vorwaschung dient dazu, anhaftende Verschmutzungen auf den Euronormbehältern beziehungsweise H1-Kunststoffpaletten intensiv vorzubehandeln und für die anschließende Hauptreinigung anzulösen.

Gerade bei stärker verschmutzten Euronormbehältern lässt sich durch die reduzierte Fördergeschwindigkeit die Einwirk- und Behandlungsdauer innerhalb der Waschzonen verlängern.

Leistungsstarke Hauptwaschung

Die anschließende Hauptwaschzone besitzt eine Länge von 2.700 mm. Eine 22-kW-Pumpe stellt hierfür eine Förderleistung von bis zu 2.000 Litern pro Minute bei 5 bar bereit. 

Das Düsen- und Waschsystem ist auf das jeweilige Waschgut abgestimmt. Die eingesetzten Edelstahldüsen verfügen über einen großen Durchlass. Zur vereinfachten Reinigung und Wartung können die Düsenarme ohne Werkzeug entnommen werden. 

Die Kombination aus hoher Umwälzleistung, gezielter Düsenanordnung und anpassbarer Transportgeschwindigkeit ermöglicht es, die Reinigungsintensität auf den jeweiligen Verschmutzungsgrad abzustimmen.

Separate Nachspülung

Nach der Hauptwäsche durchlaufen die gereinigten Euronormbehälter beziehungsweise H1-Kunststoffpaletten eine 2.700 mm lange Nachspülzone.

Hier arbeitet eine weitere Pumpe mit 11 kW Motorleistung und einer Fördermenge von bis zu 1.000 Litern pro Minute bei 5 bar. Die separate Nachspülung bildet den Abschluss des Nassreinigungsprozesses. 

Für die Wärmeversorgung ist eine Heizwasseranbindung vorgesehen. Zusätzlich verfügt die Anlage über einen separat schaltbaren 10-kW-Boiler. Für das Heizwasser ist eine Vorlauftemperatur von mindestens 75 °C vorgesehen.

Variable Waschleistung von 1.200 bis maximal 1.500 Euronormbehältern pro Stunde

Die Anlage ist auf eine Reinigungsleistung von 1.200 bis maximal 1.500 Euronormbehältern E1 und E2 pro Stunde ausgelegt. Die tatsächlich gefahrene Leistung wird dabei an den Verschmutzungsgrad der Behälter angepasst.

Bei stärker verschmutzten Behältern wird die Geschwindigkeit des Transportantriebs über den Frequenzumrichter reduziert. Die Euronormbehälter verbleiben dadurch länger in den einzelnen Waschzonen und werden entsprechend intensiver gereinigt.

Bei mittlerem Verschmutzungsgrad kann die Fördergeschwindigkeit erhöht werden, sodass innerhalb derselben Betriebszeit eine größere Anzahl von Euronormbehältern gereinigt werden kann.

Damit erhält der Betreiber keine starre Anlagenleistung, sondern kann den Waschprozess bedarfsgerecht zwischen Reinigungsintensität, Behandlungsdauer und Behälterdurchsatz einstellen. Das schafft insbesondere bei wechselnden Verschmutzungsgraden im laufenden Produktionsbetrieb zusätzliche Flexibilität.

Reinigung von H1-Kunststoffpaletten

Neben den Euronormbehältern E1 und E2 können auch H1-Kunststoffpaletten innerhalb derselben Anlage gereinigt werden.

Die Paletten werden über eine eigene Kufenführung mit separatem Antrieb durch die Waschbereiche transportiert. Die Stundenleistung für H1-Kunststoffpaletten beträgt bis zu 200 Stück.  

Durch die kombinierte Auslegung für Euronormbehälter und Paletten lassen sich unterschiedliche Ladungsträger innerhalb eines Anlagenkonzepts reinigen. Das reduziert den Bedarf an separaten Reinigungssystemen und ermöglicht eine flexible Anpassung an den jeweiligen Produktionsablauf.

Filtertechnik für hohe Behältermengen und Schmutzeintrag

Zur Unterstützung des Waschprozesses ist die Anlage mit einem Trommelfiltersystem Typ TRF-DLWA I-90° ausgestattet.

Die rotierende Trommel trennt Schmutzpartikel kontinuierlich aus der Waschlösung ab. Eine innenliegende Transportschnecke fördert die abgeschiedenen Rückstände automatisch in einen außenliegenden Sammelbehälter. Dieser kann zur Entleerung einfach entnommen werden.

 

Dadurch werden Verunreinigungen kontinuierlich aus dem Waschkreislauf ausgetragen. Gerade bei stark verschmutzten Euronormbehältern und hohen täglichen Behältermengen reduziert dies den manuellen Aufwand für die Filterreinigung und unterstützt eine gleichbleibende Aufbereitung des umlaufenden Waschmediums.

Ergänzend sind zwei Außenfiltertanks für Hauptwaschung und Nachspülung integriert. Diese unterstützen die Schmutzabscheidung insbesondere bei hohen Behältermengen und stärkerer Verschmutzung.

Die Filtertanks bestehen aus 3 mm starkem Edelstahl und verfügen über Handlöcher, Trichterüberläufe sowie gerundete und sauber verschliffene Innenkanten. Damit sind sie auf eine robuste industrielle Nutzung sowie eine möglichst einfache Reinigung ausgelegt.

Abblas-Trocknung mit vier Hochdruckventilatoren

Nach Abschluss des Waschprozesses werden die gereinigten Euronormbehälter einer leistungsfähigen Abblas-Trocknung zugeführt.

Der Abblastunnel besitzt eine Gesamtlänge von 3.700 mm und ist mit vier ELEKTROR-Hochdruckventilatoren mit jeweils 5 kW Motorleistung ausgestattet. 

Der gezielt geführte Luftstrom entfernt einen Großteil des auf den Oberflächen verbliebenen Wassers. Damit wird die Restfeuchtigkeit der gereinigten Euronormbehälter bereits innerhalb des kontinuierlichen Durchlaufprozesses deutlich reduziert.

Für neuwertige Euronormbehälter E2 beträgt die dokumentierte Restfeuchte nach der Abblasung etwa 8 bis 12 Gramm je Behälter

Das tatsächlich erreichbare Trocknungsergebnis kann unter anderem durch Zustand, Geometrie und Oberflächenbeschaffenheit der Euronormbehälter beeinflusst werden.

Wrasenabsaugung mit geringerem Wärmeverlust

Beim Reinigen entsteht feuchte, warme Luft, die kontrolliert aus der Anlage abgeführt werden muss. Dafür sind zwei Absaugpunkte vorgesehen: einer im Einlaufbereich und ein weiterer am Beginn der Abblas-Trocknung.

Die Absaugung greift dabei bewusst nicht unmittelbar in der aktiven Hauptreinigungszone an. Würde die Luft direkt aus diesem Bereich abgesaugt, ginge neben dem Wrasen auch Wärme verloren, die für die Temperaturhaltung im Reinigungsprozess benötigt wird.

Stattdessen nutzt das Konzept den leichten Überdruck im Maschineninnenraum. Der dadurch an den vorgesehenen Stellen austretende Wrasen wird gezielt erfasst und über die Absaugung abgeführt. Die feuchte Luft wird somit dort aufgenommen, wo sie ohnehin aus dem Tunnel austritt, ohne die warme Prozessatmosphäre in der Hauptreinigung unnötig abzuziehen.

Für eine spätere Etikettenentfernung vorbereitet

Bei Euronormbehältern können insbesondere im längerfristigen Einsatz anhaftende Etiketten und Etikettenreste zusätzliche Anforderungen an den Reinigungsprozess stellen.

Die Waschanlage wurde deshalb konstruktiv so ausgeführt, dass eine Etikettenentfernung zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden kann. Eine entsprechende schraubbare Flanschverbindung ist hierfür bereits vorgesehen. 

Damit bleibt die Anlage auch für zukünftige Anforderungen erweiterbar, ohne dass bei einer späteren Ergänzung eine grundlegende konstruktive Änderung der Waschmaschine erforderlich wird.

Fördertechnik für den weiteren Materialfluss

Nach Reinigung und Abblas-Trocknung werden die Euronormbehälter beziehungsweise H1-Kunststoffpaletten über die angeschlossene Fördertechnik weitertransportiert.

Zur Ausführung gehören eine Rücklaufbahn auf der Anlage, teilweise mit eigenem Antrieb, sowie eine 90°-Kurve mit anschließender 6 m langer Auslaufbahn

Damit lassen sich Reinigung, Trocknung und Weitertransport innerhalb eines durchgängigen innerbetrieblichen Materialflusses miteinander verbinden.

Robuste Konstruktion und wartungsfreundliche Ausführung

Die Waschanlage ist für die Anforderungen des industriellen Einsatzes konstruiert.

Das Maschinenoberteil ist doppelwandig isoliert, einteilig gefertigt und vollständig verschweißt. Die auf das jeweilige Waschgut abgestimmten Waschtunnel und das Düsen- und Waschsystem unterstützen eine intensive und gleichmäßige Behandlung der Euronormbehälter und H1-Kunststoffpaletten. 

Werkzeuglos entnehmbare Düsenarme vereinfachen die regelmäßige Reinigung und Wartung. Für zentrale Anlagenkomponenten kommen unter anderem Antriebs- und Frequenzumrichtertechnik von LENZE, Edelstahl-Kreiselpumpen von EDUR sowie Schaltschrankkomponenten von SIEMENS zum Einsatz.

Zusammenfassung

Mit der DLWA 1200-3T/2+ PAL BS4H wurde für die Bergmann Geflügelfleisch GmbH eine leistungsfähige Industrie-Waschanlage realisiert, die auf die Reinigung großer Mengen von Euronormbehältern E1 und E2 sowie von H1-Kunststoffpaletten ausgelegt ist.

Die mehrstufige Reinigung aus Vorwaschung, Hauptwaschung und Nachspülung ermöglicht eine intensive Behandlung auch bei stärkeren Verschmutzungen. Ein wesentlicher Vorteil ist dabei die variable Regelung der Transportgeschwindigkeit über den Frequenzumrichter: Bei stärkerer Verschmutzung kann die Behandlungszeit verlängert, bei mittlerer Verschmutzung der Durchsatz entsprechend erhöht werden.

Damit lässt sich die Anlagenleistung flexibel zwischen 1.200 und maximal 1.500 Euronormbehältern pro Stunde an die tatsächlichen Produktionsbedingungen anpassen.

Das Trommelfiltersystem TRF-DLWA I-90° mit automatischer Schmutzaustragung sowie zwei zusätzliche Außenfiltertanks unterstützen die kontinuierliche Aufbereitung der Waschlösung bei hohen Behältermengen und entsprechendem Schmutzeintrag.

Nach dem Waschprozess reduziert der 3.700 mm lange Abblastunnel mit vier ELEKTROR-Hochdruckventilatoren à 5 kW die auf den Euronormbehältern verbliebene Feuchtigkeit. Für neuwertige Euronormbehälter E2 wird eine Restfeuchte von etwa 8 bis 12 Gramm je Behälter erreicht.

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