Referenzprojekt Plukon Geflügel – Hauptzugang Produktion
Zwangsgeführte Personalhygiene für einen der größten Geflügelverarbeiter Deutschlands
Für eines der fünf größten Unternehmen der deutschen Geflügelwirtschaft realisierte Mohn im Jahr 2024 eine umfangreiche Personal-Hygieneschleuse am Haupteingang zum Produktionsbereich. Die kundenspezifisch geplante Hygienelösung verbindet Händehygiene, Sohlenreinigung, ergänzende Stiefelreinigung, kontrollierte Personalwege und die Bereitstellung von Einweg-Schutzausrüstung zu einem klar gegliederten Gesamtprozess.
Im Mittelpunkt stand eine sichere Trennung der unterschiedlichen Hygienebereiche. Mitarbeitende müssen vor dem Zutritt zur Produktion definierte Schritte durchlaufen. Gleichzeitig verhindert ein separater Rückweg, dass die Personal-Hygieneschleuse in Gegenrichtung umgangen werden kann.
Aufgabenstellung
Der Haupteingang zum Produktionsbereich sollte mit einer leistungsfähigen Personal-Hygieneschleuse ausgestattet werden, die auch bei hohem Personalaufkommen einen geordneten und hygienisch kontrollierten Zutritt ermöglicht.
Da in der Geflügelverarbeitung sowohl Arbeitsschuhe und Clogs als auch Arbeitsstiefel getragen werden, mussten unterschiedliche Anforderungen an die Schuh- und Stiefelhygiene berücksichtigt werden. Neben der Reinigung und Desinfektion der Schuhsohlen war deshalb eine zusätzliche maschinelle Reinigung von Stiefelsohlen und Stiefelschäften erforderlich.
Der Personalweg sollte die Mitarbeitenden in einer festgelegten Richtung durch die verschiedenen Funktionsbereiche führen. Dabei waren folgende Hygieneschritte und organisatorische Abläufe zu berücksichtigen:
- Mitgeführte Dokumente und Ordner ablegen
- Seifenmittel über einen kontrollierten 2-Hand-Seifenautomaten anfordern
- Das elektrisch freigegebene Drehkreuz passieren
- Hände waschen und direkt am Waschplatz trocknen
- Benötigte Einweg-Schutzausrüstung entnehmen
- Hände desinfizieren und gleichzeitig die Schuhsohlen reinigen
- Bei Stiefelträgern zusätzlich Stiefelsohlen und Stiefelschäfte reinigen
- Den Produktionsbereich betreten
Neben dem Zutritt musste auch der Rückweg aus der Produktion eindeutig geregelt werden. Hierfür war ein eigener Durchgang mit Sohlenreinigung und elektrischem Drehkreuz vorzusehen. Eine Nutzung dieses Rückwegs als unkontrollierter Zugang zur Produktion musste technisch ausgeschlossen sein.
Edelstahl-Leitbarrieren mit senkrechten Verstrebungen übernehmen die räumliche Zwangsführung. Zwei überwachte Geländertore ermöglichen einerseits den Zugang für Wartungs- und Reinigungsarbeiten und stellen andererseits einen gesonderten Fluchtweg bereit.
Schlüsselfunktionen der Personal-Hygieneschleuse
Zwangsgeführte Seifenapplikation
Der Hygieneprozess beginnt am automatischen 2-Hand-Seifenautomaten Soap-Control WL Highline. Beide Hände müssen gleichzeitig korrekt in die Applikationsschächte eingeführt werden. Erst nach erfolgreicher Erfassung wird die voreingestellte Menge Seifenmittel auf die Hände aufgebracht und das elektrische Drehkreuz für eine Person freigegeben.
Sechs Waschplätze mit integrierter Händetrocknung
Für die Handreinigung stehen zwei Dyson-Tap-Waschrinnen mit jeweils drei Waschplätzen zur Verfügung. Damit können bis zu sechs Mitarbeitende gleichzeitig ihre Hände waschen und direkt am jeweiligen Waschplatz trocknen.
Einweg-Schutzausrüstung griffbereit
Nach dem Händewaschen und Händetrocknen können die Mitarbeitenden die benötigte Einweg-Schutzausrüstung aus fünf Edelstahl-Utensilienspendern entnehmen. Die Spender sind unmittelbar an den Leitbarrieren angebracht und über eingeätzte Gebotsschild-Piktogramme eindeutig gekennzeichnet.
Kontrollierte Händedesinfektion und Sohlenreinigung
Am Clean-Check 1500 L Highline erfolgen die kontrollierte Händedesinfektion und die Reinigung der Schuhsohlen innerhalb einer kompakten Hygieneschleuse. Erst wenn beide Hände gleichzeitig von der Sensorsteuerung erkannt worden sind, wird die Händedesinfektion ausgelöst und das elektrische Drehkreuz für eine Person freigegeben.
Beim Betreten des Laufrosts starten gleichzeitig die rotierenden Bürstenwalzen zur Sohlenreinigung. Die Aktivierung erfolgt über die patentierte Federtopftechnik und damit erst bei tatsächlichem Personenkontakt auf der Bürstenfläche.
Ergänzende Stiefelreinigung
Mitarbeitende mit Arbeitsstiefeln benutzen nach der Handdesinfektion und Sohlenreinigung zusätzlich den Boot-Master Highline. Die Maschine reinigt Stiefelsohlen und Stiefelschäfte. Dieser ergänzende Prozessschritt ist nicht in die steuerungstechnische Zwangsabfolge eingebunden.
Separater und richtungsgebundener Rückweg
Für den Rückweg aus der Produktion wurde eine zweite Sohlenreinigungsschleuse mit elektrischem Drehkreuz integriert. Der Durchgang ist ausschließlich aus der Produktion in Richtung Umkleide- und Sanitärbereiche freigegeben. Der Hinweg zur Produktion ist über diesen Durchgang dauerhaft gesperrt.
Kontrollierte Zugänge und separater Fluchtweg
Ein überwachtes Geländertor ermöglicht dem Reinigungs- und Wartungspersonal den Zugang zur Schleusenanlage. Ein zweites, 1.000 mm breites Geländertor mit Türwächter, Voralarm und Anti-Panik-Verriegelungsmöglichkeit ist als gesonderter Fluchtweg ausgeführt.
Personal-Hygieneschleuse für den Hauptzutritt vom Bereich der Umkleide-/Sozialräume in die Produktion - Bilder zum Vergrössern bitte anklicken.
Projektbeschreibung und Besonderheiten
Die im Jahr 2024 umgesetzte Personal-Hygieneschleuse wurde als mehrstufiges Gesamtkonzept für den Haupteingang zur Produktion geplant. Die eingesetzten Geräte sind nicht lediglich nebeneinander aufgestellt, sondern über Edelstahl-Leitbarrieren und richtungsgebundene Drehkreuze zu einer eindeutigen Personalwegeführung verbunden.
1. Dokumentenablage – freie Hände für den Hygieneprozess
Bereits vor der Seifenanforderung können die Mitarbeitenden mitgeführte Ordner, Laufzettel oder andere Dokumente auf einer eigens dafür vorgesehenen Edelstahl-Dokumentenablage ablegen. Die Ablage ist über eine stabile Halterung direkt am nebenstehenden Edelstahlgeländer befestigt und damit genau dort positioniert, wo der Hygieneprozess beginnt.
So müssen Unterlagen während der kontrollierten 2-Hand-Seifenapplikation weder festgehalten noch auf dem Boden oder auf Maschinenteilen abgelegt werden. Beide Hände bleiben für die vorgeschriebenen Hygieneschritte frei.
Praktischer Vorteil: Die Dokumentenablage ist ein kleines, aber wichtiges Detail der Gesamtplanung. Sie verhindert improvisierte Ablageorte und unterstützt einen störungsfreien Ablauf bereits am Eintritt in die Hygieneschleuse.
2. Kontrollierte Seifenanforderung
Im nächsten Schritt fordert der Mitarbeiter das Seifenmittel am wandmontierten Soap-Control WL Highline an. Dafür müssen beide Hände gleichzeitig korrekt in die Applikationsschächte eingeführt werden. Die Sensorsteuerung erkennt die Position beider Hände und gibt erst danach die voreingestellte Menge Seifenmittel ab.
Das elektrische Drehkreuz bleibt so lange gesperrt, bis die kontrollierte 2-Hand-Seifenapplikation vollständig erfolgt ist. Anschließend wird der Durchgang in Richtung der Handwaschrinnen für genau eine Person freigegeben. Auf diese Weise kann die vorgeschriebene Seifenanforderung nicht einfach ausgelassen werden.
Eine Multi-LED-Signalanzeige in Rot, Gelb und Grün zeigt den jeweiligen Betriebszustand gut sichtbar an. Die Steuerung erfolgt über eine Siemens LOGO! Generation 8, an der die relevanten Zeiten individuell auf die betrieblichen Anforderungen eingestellt werden können. Ein vollständig gekapselter IP68-Sensor übernimmt die Endlagenerkennung des vandalismussicheren Drehkreuzes. Auf dessen Mechanik gewährt Mohn zehn Jahre Garantie.
Branchenspezifischer Vorteil: In der Geflügelverarbeitung ist eine konsequente Handhygiene vor dem Zutritt zu sensiblen Produktionsbereichen unverzichtbar. Die technische Freigabelogik stellt sicher, dass die Seifenanforderung nicht nur organisatorisch vorgeschrieben, sondern tatsächlich als fester Bestandteil des Personalwegs ausgeführt wird.
3. Sechs Waschplätze für einen zügigen Personalfluss
Nach der Seifenanforderung und dem Passieren des Drehkreuzes gelangen die Mitarbeitenden zu zwei Handwaschrinnen des Typs WR-SRW-DT 3/24V Ecoline. Jede Rinne verfügt über drei Waschplätze mit einer Waschplatzbreite von jeweils 500 mm. Insgesamt stehen damit sechs Wasch- und Trocknungsplätze gleichzeitig zur Verfügung.
Das ist insbesondere zu Schichtbeginn, nach Pausen und bei Personalwechseln von Bedeutung. Mehrere Mitarbeitende können parallel ihre Hände waschen, sodass der vorgeschriebene Hygieneprozess nicht unnötig ins Stocken gerät.
Die Sensoren befinden sich unmittelbar in den Edelstahl-Auslaufhähnen. Die Wasserausgabe wird berührungslos aktiviert, wodurch zusätzliche Kontaktpunkte an Armaturen vermieden werden. Wasserspar-Perlatoren sowie Thermostat-Mischventile mit Rückschlagventilen ergänzen die technische Ausstattung.
Branchenspezifischer Vorteil: In personalintensiven Bereichen der Geflügelverarbeitung müssen häufig viele Beschäftigte innerhalb kurzer Zeit in die Produktion gelangen. Sechs parallel nutzbare Waschplätze reduzieren Wartezeiten und helfen dabei, den Hygienedurchlauf auch bei Schichtwechseln geordnet aufrechtzuerhalten.
4. Waschen und Trocknen direkt an derselben Armatur
Die eingesetzte Dyson-Tap-Technologie WD06 verbindet Händewaschen und Händetrocknung an ein und demselben Waschplatz. Nach dem Waschen der Hände müssen die Mitarbeitenden nicht zu einem separaten Händetrockner oder Papierhandtuchspender wechseln. Die Trocknung erfolgt unmittelbar über die im Edelstahl-Auslaufhahn integrierte Technik.
Dadurch bleiben die Wege mit nassen Händen besonders kurz. Tropfwasser wird weitgehend im Bereich der Waschrinne gehalten, anstatt auf Laufwege oder in nachgelagerte Hygienebereiche verschleppt zu werden.
Gleichzeitig entfallen Einweg-Papierhandtücher und die damit verbundenen Abfallbehälter. Das reduziert den Nachfüll- und Entsorgungsaufwand sowie das Risiko überfüllter Papierkörbe. Die technische Einheit der Dyson-Tap-Systeme ist geschützt in den jeweiligen Edelstahl-Unterschränken untergebracht.
Branchenspezifischer Vorteil: In der Geflügelverarbeitung treffen hohe Hygieneanforderungen auf regelmäßige Nassreinigungsprozesse. Die berührungslose Kombination aus Waschen und Trocknen reduziert Kontaktflächen und hilft gleichzeitig, zusätzliche Feuchtigkeit auf stark frequentierten Laufwegen zu vermeiden.
5. Edelstahlspiegel zur Sichtkontrolle
Spiegelpolierte Edelstahlspiegel vom Typ ESP-VII Glatt ergänzen den Handhygienebereich. Nach dem Händewaschen und Trocknen können die Mitarbeitenden den korrekten Sitz ihrer Arbeitskleidung und der bereits angelegten persönlichen Ausstattung kontrollieren.
Die Spiegeloberfläche ist einseitig streifenfrei hochglanzpoliert und besitzt keine sichtbaren Einschlüsse. Eine 6 mm breite Umkantung sowie eine hinterklebte Füllplatte aus Forex-Hartschaum stabilisieren die Ausführung.
Edelstahl ist im Vergleich zu herkömmlichen Glasspiegeln bruchunempfindlich und eignet sich deshalb besonders für hygienisch sensible sowie mechanisch beanspruchte Betriebsbereiche.
Praktischer Vorteil: Die Mitarbeitenden können ihr Erscheinungsbild und den Sitz der Arbeitskleidung noch innerhalb des geführten Hygieneprozesses prüfen – ohne einen zusätzlichen Kontrollpunkt außerhalb der Schleuse aufsuchen zu müssen.
6. Einweg-Schutzausrüstung genau dort, wo sie benötigt wird
Nach der Handreinigung und Händetrocknung führt der Personalweg unmittelbar an fünf Utensilienspendern des Typs US-1 vorbei. Die Edelstahlspender sind direkt an den 1.290 mm hohen Leitbarrieren (Geländern) befestigt und stellen die benötigte Einweg-Schutzausrüstung, beispielsweise Haarnetze, übersichtlich bereit.
Jeder Spender ist mit einer eingeätzten Gebotsschild-Kennzeichnung versehen. Im Gegensatz zu aufgeklebten Hinweisen ist das Piktogramm dauerhaft in die Edelstahloberfläche eingebracht und kann sich auch bei wiederholter Reinigung nicht ablösen.
Die Anordnung innerhalb des vorgegebenen Laufwegs schafft kurze Wege. Die Mitarbeitenden müssen den Hygienebereich nicht verlassen oder entgegen der vorgesehenen Richtung laufen, um fehlende Schutzausrüstung zu entnehmen.
Branchenspezifischer Vorteil: Gerade bei wechselnden Beschäftigten und hohem Personalaufkommen unterstützt die eindeutige Piktogramm-Kennzeichnung eine schnelle Zuordnung der Einwegartikel. Das vereinfacht den Ablauf und reduziert Rückfragen oder unnötige Laufwege während des Schichtwechsels.
7. Kontrollierte Händedesinfektion und Sohlenreinigung in einem Durchgang
Den letzten zwangsgeführten Hygieneschritt vor dem Produktionszutritt übernimmt der Clean-Check 1500 L Highline. Während die Hände im oberen Bereich kontrolliert desinfiziert werden, reinigen die rotierenden Bürstenwalzen im unteren Bereich gleichzeitig die Schuhsohlen.
Für die Handdesinfektion müssen beide Hände gleichzeitig korrekt in den Sensorbereich eingeführt werden. Erst wenn die überlistungssichere Sensorsteuerung beide Hände erkannt und die vorgesehene Desinfektionsmittelmenge appliziert hat, wird das elektrische Drehkreuz für eine Person freigegeben.
Parallel dazu betritt der Mitarbeiter das Laufrost über den 1.100 mm langen Bürstenwalzen. Die Schuhsohlen werden mechanisch bearbeitet und mit dem vorgesehenen Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionsmedium behandelt. Da die Sohlenreinigung unmittelbar in den Laufweg integriert ist, kann sie beim regulären Zutritt nicht umgangen werden.
Die Multi-LED-Anzeige signalisiert auch hier den aktuellen Status in Rot, Gelb und Grün. Das vandalismussichere Drehkreuz ist mit einem gekapselten IP68-Sensor zur Endlagenerkennung ausgestattet. Auf die Drehkreuzmechanik der Highline Serie gewähren wir zehn Jahre Garantie.
Hygiene-Plus für die Geflügelwirtschaft: Schuhsohlen können Feuchtigkeit, organische Rückstände und andere Verunreinigungen zwischen Verkehrs-, Sozial- und Produktionsbereichen übertragen. Die Kombination aus kontrollierter Händedesinfektion und zwangsgeführter Sohlenreinigung sichert beide relevanten Übertragungswege innerhalb eines einzigen Durchgangs ab.
8. Bürstenstart erst beim tatsächlichen Betreten
Eine Besonderheit der Highline-Sohlenreinigung ist die punktgenaue Aktivierung der Bürstenwalzen. Sie starten nicht bereits beim Annähern an die Hygieneschleuse, sondern erst dann, wenn der Mitarbeiter das Laufrost über der Bürstenfläche tatsächlich betritt.
Möglich wird dies durch die patentierte Federtopftechnik in Verbindung mit einem induktiven Sensor. Beim Betreten reagiert das System unmittelbar; nach dem Verlassen der Bürstenfläche wird die Rotation entsprechend der eingestellten Steuerungsparameter wieder beendet.
Im Gegensatz zu einer optischen Aktivierung über Reflexionslichttaster ist die Funktion nicht von der Farbe oder dem Reflexionsverhalten der Arbeitskleidung abhängig. Auch Personen mit dunkler Arbeitskleidung werden zuverlässig erkannt.
Unnötige Leerlaufzeiten vor dem Betreten oder nach dem Verlassen der Anlage werden vermieden. Wasser, Reinigungschemie und elektrische Energie kommen somit nur während des tatsächlichen Reinigungsvorgangs zum Einsatz.
Branchenspezifischer Vorteil: Bei hohem Personaldurchsatz summieren sich bereits wenige Sekunden unnötiger Bürstenlaufzeit über den Arbeitstag. Die bedarfsgerechte Aktivierung reduziert den Ressourcenverbrauch und damit auch die laufenden Betriebskosten der Sohlenreinigung.
9. Geschützte Aufbewahrung der Prozesschemikalien
Das für die Sohlenreinigung benötigte Gebinde befindet sich in einem abschließbaren Edelstahl-Kanisterbehälter. Dieser nimmt einen 24-kg-Kanister auf und schützt die eingesetzte Prozesschemikalie vor unbefugtem Zugriff.
Auch die separate Sohlenreinigungsschleuse im Rückweg ist mit einem direkt an der Maschine angeordneten Kanisterbehälter vom Typ KB-ESV ausgestattet. Die Gebinde sind damit geordnet und nah an der jeweiligen Verbrauchsstelle untergebracht.
Die abschließbaren Kanisterbehälter schützen die eingesetzten Prozesschemikalien vor unbefugtem Zugriff und unterstützen damit das betriebliche Food-Defense-Konzept im Sinne von Kapitel 6 des IFS Food 7.
Food-Defense-Vorteil: Die verriegelbare Unterbringung erschwert Manipulationen und verhindert, dass frei zugängliche Chemiegebinde zu einer vermeidbaren Gefährdungsquelle innerhalb des Hygienebereichs werden.
10. Zusätzliche Stiefelreinigung für besonders beanspruchte Arbeitsbereiche
Nicht alle Mitarbeitenden betreten die Produktion mit Arbeitsschuhen oder Clogs. Für Beschäftigte mit Arbeitsstiefeln wurde deshalb zusätzlich ein Boot-Master Highline in den Hygieneprozess integriert.
Die Maschine wird nach der kontrollierten Händedesinfektion und Sohlenreinigung genutzt. Rotierende Bürsten reinigen sowohl die Stiefelsohlen als auch die Schaftbereiche. Der Mitarbeiter hält sich am Haltebügel fest; ein darin integrierter Sensor aktiviert den Reinigungsvorgang.
Das Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionsmedium wird über ein einstellbares Dosiersystem zugeführt. Die Bürsten lassen sich ohne Werkzeug entnehmen, sodass die Maschine schnell und gründlich gereinigt werden kann. Innen liegende Komponenten sind über eine Revisionsklappe erreichbar, was Wartungs- und Servicearbeiten erleichtert.
Die Stiefelreinigung ist bewusst als ergänzender Prozessschritt ausgeführt. Sie besitzt keine steuerungstechnische Zwangsabfolgeprüfung, da sie nur von denjenigen Mitarbeitenden benötigt wird, die tatsächlich Stiefel tragen.
Branchenspezifischer Vorteil: In nassen oder stärker belasteten Bereichen der Geflügelverarbeitung können sich Verschmutzungen nicht nur an den Sohlen, sondern auch an den Stiefelschäften festsetzen. Die zusätzliche Schaftreinigung berücksichtigt diese erhöhte Beanspruchung, ohne den Ablauf für Beschäftigte mit Arbeitsschuhen oder Clogs unnötig zu verlängern.
11. Zwangsgeführte Sohlenreinigung auch beim Verlassen der Produktion
Der Rückweg aus der Produktion wird nicht über den Soap-Control oder den regulären Zutrittsweg geführt. Dafür steht eine separate Sonderausführung des Clean-Check 1500 L Highline zur Verfügung.
Diese Rückwegschleuse besitzt keine Händedesinfektion, sondern ein elektrisches, vandalismussicheres Drehkreuz vom Typ DK-E. Beim Betreten des Gitterrosts wird die Sohlenreinigung aktiviert und der Durchgang aus der Produktion in Richtung Umkleide- und Sanitärbereiche freigegeben.
Die Gegenrichtung ist dauerhaft gesperrt. Über die Rückwegschleuse kann daher niemand unkontrolliert in die Produktion gelangen. Wer den Produktionsbereich betreten möchte, muss stets den vollständigen Personalhygieneprozess über Soap-Control, Handwaschrinnen und Clean-Check durchlaufen.
Mitarbeitende mit Arbeitsstiefeln nutzen auch auf dem Rückweg zusätzlich den Boot-Master, um Stiefelsohlen und Stiefelschäfte vor dem Wechsel in die angrenzenden Bereiche zu reinigen.
Ergebnis: Die getrennte Wegeführung verhindert eine Umgehung der Personalhygiene und reduziert gleichzeitig die Verschleppung produktionsbedingter Verunreinigungen in Umkleide-, Sanitär- und Verkehrsbereiche.
12. Eindeutige Wegeführung durch Leitbarrieren
Die 1.290 mm hohen Edelstahl-Leitbarrieren (Geländer) mit senkrechten Verstrebungen grenzen Zutritt, Rückweg und Nebenbereiche klar voneinander ab. Sie sorgen dafür, dass die installierten Hygienegeräte nicht beliebig angesteuert werden können, sondern in der vorgesehenen Reihenfolge innerhalb des Personalwegs liegen.
Gleichzeitig übernehmen die Leitbarrieren zusätzliche Funktionen: An ihnen sind die Dokumentenablage und die fünf Utensilienspender befestigt. Die notwendige Ausstattung befindet sich somit unmittelbar am Laufweg, ohne zusätzliche Stellflächen im Schleusenbereich zu beanspruchen.
Zusammen mit den richtungsgebundenen Drehkreuzen entsteht eine übersichtliche Wegeführung. Die bauliche Gestaltung unterstützt den Hygieneprozess dort, wo organisatorische Hinweise oder Bodenmarkierungen allein nicht ausreichen würden.
Praktischer Vorteil: Die klare Trennung von Hin- und Rückweg reduziert Fehlwege und sorgt auch bei Schichtwechseln für einen geordneten Personenfluss. Aus mehreren Einzelmaschinen wird so eine zusammenhängende Personal-Hygieneschleuse.
13. Eigener Zugang für Reinigung, Pflege und Instandhaltung
Hygieneschleusen müssen regelmäßig gereinigt, kontrolliert und gewartet werden. Damit das zuständige Personal dafür nicht sämtliche Drehkreuze und Hygieneschritte durchlaufen muss, wurde ein separates Edelstahl-Geländertor vom Typ GT-1000 Typ III/AR vorgesehen.
Das Tor ermöglicht einen direkten Zugang zur Anlage für Reinigungs-, Pflege- und Instandhaltungsarbeiten. Ein Türwächter mit Voralarm überwacht die Öffnung und macht eine nicht vorgesehene Benutzung unmittelbar erkennbar.
Zur Ausstattung gehören außerdem ein Einsteckschloss ohne Profilzylinder sowie ein Edelstahl-Türdrücker mit gegenüberliegendem Edelstahlknauf. Das Tor ist ausschließlich als Wartungs- und Reinigungszugang vorgesehen. Es ist weder Teil des regulären Personalwegs noch als Flucht- oder Notausgang ausgeführt.
Servicevorteil: Die Maschinen bleiben für die tägliche Reinigung und für technische Arbeiten gut erreichbar, ohne die dauerhaft festgelegte Wegeführung der Mitarbeitenden aufheben zu müssen.
14. Separater Fluchtweg – unabhängig von den Drehkreuzen
Rechts neben dem Rückwegdurchgang wurde ein zweites Edelstahl-Geländertor mit einer Durchgangsbreite von 1.000 mm angeordnet. Anders als der Wartungszugang ist dieses Tor ausdrücklich für den Fluchtweg vorgesehen.
Das Geländertor verfügt über einen Türwächter mit Voralarm sowie eine Anti-Panik-Verriegelungsmöglichkeit. Im normalen Betriebsablauf bleibt die kontrollierte Wegeführung der Hygieneschleuse erhalten. Im Gefahrenfall steht jedoch ein von den elektrisch gesteuerten Drehkreuzen unabhängiger Ausgang zur Verfügung.
Die räumliche und funktionale Trennung der beiden Tore schafft klare Zuständigkeiten: Ein Zugang dient Reinigung und Instandhaltung, der andere ausschließlich der sicheren Fluchtwegführung.
Fazit: Die Personal-Hygieneschleuse verbindet eine im Regelbetrieb unumgehbare Prozessführung mit einem gesonderten Sicherheitsweg. Hygieneanforderungen und Personensicherheit werden damit nicht gegeneinander ausgespielt, sondern innerhalb eines abgestimmten Gesamtkonzepts berücksichtigt.
15. Individuelles Grafikboard – damit der Hygieneprozess auf einen Blick verständlich ist
Eine technisch definierte Hygieneabfolge entfaltet ihren vollen Nutzen erst dann, wenn sie von den Mitarbeitenden schnell und eindeutig verstanden wird. Deshalb entwickelte und gestaltete Mohn für die Personal-Hygieneschleuse zusätzlich ein individuelles Grafikboard aus DIBOND®.
Das Board visualisiert die vorgesehenen Hygieneschritte mit leicht erfassbaren Darstellungen direkt im Schleusenbereich. Mitarbeitende erkennen dadurch auf einen Blick, welche Schritte auszuführen sind und in welcher Reihenfolge der Hygieneprozess durchlaufen werden muss. Gerade bei neu eingewiesenem oder fremdsprachigem Personal unterstützt die bildliche Darstellung eine schnelle Orientierung und reduziert sprachlich bedingte Missverständnisse.
Gestaltung, Farben und grafischer Aufbau wurden auf das Corporate Design des Kunden abgestimmt. Dadurch wirkt das Grafikboard nicht wie eine nachträglich ergänzte Standardbeschilderung, sondern wie ein fester Bestandteil des gesamten Raum- und Hygienekonzepts.
Die formstabile DIBOND®-Aluminiumverbundplatte eignet sich für den dauerhaften Einsatz in hygienisch sensiblen Bereichen. Ihre glatte Oberfläche lässt sich einfach reinigen und ist gegenüber Feuchtigkeit sowie den üblichen Beanspruchungen im Hygienebereich widerstandsfähig.
Der Mohn-Unterschied: Mohn liefert nicht nur die Maschinen und die technische Zwangsführung, sondern denkt auch die tägliche Anwendung durch das Personal mit. Von der Festlegung der Prozessschritte bis zur kundenspezifischen Gestaltung des Grafikboards entsteht die technische und visuelle Mitarbeiterführung aus einer Hand – passend zur Hygieneschleuse, zu den betrieblichen Abläufen und zur Corporate Identity des Kunden.
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