Personal-Hygieneschleuse im Schlacht- und Zerlegungsbetrieb

Für einen norddeutschen, inhabergeführten Schlacht- und Zerlegebetrieb von Schweinen wurde im Jahr 2018 eine bestehende Personal-Hygieneschleuse im Zutrittsbereich zur Produktion mit einer doppelspurigen, zwangsgeführten Handbeseifung erweitert.

Aufgabenstellung

Eine bereits vorhandene Personal-Hygieneschleuse mit Handdesinfektion und Sohlenreinigung sowie 8 Handwaschplätzen mit manuellen Seifenspendern sollte mit einem  Zutrittskontrollsystem inkl. Zeiterfassung und automatischen 2-Hand-Seifenautomaten mit Drehkreuzen erweitert werden, damit das Personal gewzungen war vor Zutritt in den Hygienebereich die Hände zu waschen. Die Mitarbeiter müssen sich per RFID-Chipkarte ein- und auch wieder auschecken.

Der Hauptgrund war, dass über manuell betätitgte Armhebel-Seifenspender eine unkontrollierte Seifenapplikation zu einer mangelnden Handhygiene bei dem Personal führte, da die Händereinigungsprozedur von der Mehrzahl des Personals mißachtet wurde. Es war zu beobachten, dass das Personal direkt zur bauseits vorhandenen Hygienestation - bestehend aus Handdesinfektionsautomat mit Drehkreuz und Sohlenreinigung - an den Handwaschrinnen vorbeigelaufen ist, ohne dass eine Händereinigung erfolgt ist.  Der Mitarbeiter gelangte somit nur mit zwar desinfizierten aber ungewaschenen, verschmutzten Händen in die Produktionsräume.

Zudem war die Aufgabenstellung, dass nicht nur das Papier zur Händetrocknung durch den Einsatz von hygienischen Hochgeschwindigkeits-Händetrocknern eingespart werden sollte, sondern der personelle und zeitliche Aufwand für die Müllentsorgung, Lagerhaltung und Einkauf des Papiers sollte minimiert werden sollte. Ein positiver Nebeneffekt der Umstellung sollte zudem die Vermeidung von nassen, unansehnlichen Papierfetzen innerhalb der Hygieneschleuse durch z. B. volle Papierkörbe oder nicht zielgenaues Entsorgen der Papierreste durch die Mitarbeiter sein.

Das Büro des Betriebsleiters, welches sich innerhalb der Produktion befindet, sollte zudem noch mit einem automatischen 2-Hand Desinfektionsautomaten mit Türkontaktschalter ausgestattet werden. Erst nach Desinfektion der Hände bekommt die Betriebsraumtür einen elektrischen Öffnungsimpuls für den Zutritt in den Hygienebereich.

 

Aufbau einer im Raum geplanten Personal Hygieneschleuse eines Schlacht- und Zerlegebetriebs für Schweine - Bilder zum Vergrössern bitte anklicken.

Projektbeschreibung und Besonderheiten

  • Zwei doppelspurige 2-Hand Seifenautomaten mit Drehkreuzen vom Typ Soap-Control Duo Highline wurden als Zutrittskontrollen in Verbindung mit einem Zeiterfassungssystem vor Betreten der Personal-Hygieneschleuse positioniert. Alle Mitarbeiter sind nun gewzungen, sich zuerst via RFID-Chipkarte anzumelden, um anschließend auf beide Hände gleichzeitig die Seife applizieren zu können. Der Seifenautomat ist mit überlisterungssicherer Sensorsteuerungstechnik ausgestattet. Austricksen durch etwa einhändige Applikationsversuche oder Täuschungen sind nicht möglich. Wurde auf beiden Händen Seife appliziert, schaltet das elektrische Drehkreuz für eine Person den Zutritt in die Hygieneschleuse frei. Die Anschlüsse für Strom und Datenleitungen sind hierbei von der Decke aus installiert.
  • An dem jeweiligen 2-Hand Seifenautomaten  ist für den Hin- und Rückweg ein elektronisches Zeiterfassungssystem je Spur installiert, welches die Arbeits- und Pausenzeiten vor Zutritt bzw. nach Verlassen der Produktion per Chipkarte dokumentiert. Die Zwangsfolge der Hygieneschleuse beginnt erst, nachdem die Chipkarte des Mitarbeiters vom Lesegerät erfasst wurde.
  • Edelstahl-Leitbarrieren (Geländer) mit integriertem Sperrbügel (sogenannte Schweineohren) vermeiden die "Umgehung" der Seifenapplikationsprozesses durch zurückziehen eines Sperrarms des 3-Arm Drehkreuzes in die entgegengesetzte Richtung und ein "hindurchschlüpfen" des Personals.
  • Der 4-spurige Zutritt und auch gleichzeitiger Rückweg des Personals gewährleistet, dass sich kein Mitarbeiter im Hygieneprozess in die Quere kommt, Abstände eingehalten werden können und Personalstau vermieden wird.
  • Zur Händereinigung stehen den Mitarbeitern 8 Handwaschplätze, aufgeteilt auf 2 einzelne, Rücken-an-Rücken montierte Edelstahl-Handwaschrinnen zur Verfügung. Jeder Waschplatz ist hierbei berührungslos (sensorgesteuert) ausgeführt.
  • Die Händetrocknung erfolgt mittels vier wandseitig installierter Hochgeschwindigkeitshändetrockner vom Typ Jet-II innerhalb von 10 Sekunden.
  • Im weiteren Verlauf der im Raum geplanten Hygieneschleuse folgt eine Durchlauf-Sohlenreinigungsanlagen mit 2-Hand-Desinfektionsautomaten eines Fremdfabrikatsherstellers vor Zutritt in die Produktionsräume (Hygienebereich).
  • Die automatische Sohlenreinigung über Bürstenwalzen erfolgt hierbei permanent und unabhängig von der Zeiterfassung. Dies gewährleistet, dass der Rückweg aus der Produktion in Richtung Sozial- und Umkleideräume über dieselbe Hygieneschleuse vollzogen werden kann.
  • Die optimierte Geländerführung macht die Hygieneschleuse in ihren einzelnen Schritten zudem zu einer unumgehbaren Einrichtung.
    Auch für das Reinigungspersonal wurde eine fluchtwegtaugliche Geländertoranlage mit Haftmagent-Verriegelungssystem installiert, die über ein Rittal-Kompaktschaltschrank mit der Brandmeldeanlage gekoppelt ist und im Panikfall den Flucht- bzw. Rettungsweg freigibt.
  • Im Büro der Betriebsleitung wurde zudem ein 2-Hand Desinfektionsautomat Typ Desi-Star Highline installiert, der mit der Betriebsraumdrehtür über den potentialfreien Kontakt gekoppelt wurde. Erst nachdem die korrekte 2-Hand Desinfektion durchgeführt wurde, gibt ein elektrischer Impuls die Tür für den Zutritt in die Produktionsräume frei.

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